Donnerstag, 18. März 2010

Die Kinder Gottes

Der Titel, diese uralte Metapher, kann heute nicht ohne gewisse zynische Empfindungen wahrgenommen werden. Auch "lasset die Kindlein zu mir kommen", ist seiner unschuldigen Bedeutung beraubt. Der Schaden, der das Verhalten der kath. Kirche den Schutzbefohlenen und sich selbst angetan hat, dürfte noch nicht zu ermessen sein, ist es doch eher unwahrscheinlich, dass sich die Verbrechen auf die bisher bekannten Einrichtungen beschränken, ja, es ist nicht einmal sicher, dass es sich um ein nationales Phänomen handelt. Da bedarf es, neben allen Entschuldigungen, Entschädigungen, Betroffenheiten, eines Zeichens, das weltweit wahrgenommen wird: Die Abdankung des Papstes.
Der Gedanke ist nicht neu, wenn man die diversen unschuldbeteuernden Äußerungen von Kirchen"fürsten" auch zwischenzeilig liest. Auch in der Bibelgeschichte gibt es ein Beispiel, das auch nach 2000 Jahren seine Wirkung nicht verloren hat: Jesus. Nun wird sich nach 2000 Jahren niemand mehr an Benedikt XVI. erinnern, aber es gilt, für Gegenwart und nahe Zukunft, ein Zeichen zu setzen: "Seht her, wir nehmen die Verantwortung auf uns und handeln danach!".
Alternativ kann man natürlich auch die Katholische Kirche auflösen, denn, wenn kein Zeichen gesetzt wird, kann sie wohl kaum noch Heimstatt sein für die vielen aufrechten Christen.

21. März 2010
Die Mißhandlungen weiten sich zum nationalen und internationalen Skandal aus, von dem auch - wer hätte das gedacht - die ev. Kirche nicht verschont bleibt, wie im SPIEGEL zu lesen ist. Allmählich solte man sich an den Gedanken gewöhnen, dass Kindesmisshandlungen ein Weltproblem sind. Kinder sind unsere Zukunft. Wenn wir aber unsere Zukunft nicht nur in der Ozonschicht sondern auch auf Erden deformieren, bedarf es internationaler Konventionen dagegen. Etwa: keine Verjährung, strenge Strafen für Täter und jene, die Taten dulden, ihnen also Vorschub leisten.

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